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Geschichte von Niederweningen

 

Zwischen Eggwald und Lägern, quer durch das Tal, erstreckt sich das Dorf Niederweningen. Das Wehntal, wie es sich zu Beginn der geschichtlichen Zeit präsentierte und wie es im Grunde genommen heute noch aussieht, ist durch einen Arm des Linthgletschers gestaltet worden, als sich dieser allmählich zurückgezogen hatte.

Entstehung des Ortsnamen Weningen
Der geographische Begriff „Waninctal“ stammt aus viel früherer Zeit. Noch lange galt er zudem nicht auschliesslich dem heute zürcherischen Wehntal. Die sanktgallischen Zinsleute wohnten überall in der Region. Der Ausdruck „situs“, der beim Namen „Waninctal“ steht, kann mit „Gegend“ übersetzt werden. Das war der Lebensraum der Wanosippe. Der Ortsname Weningen bedeutet nichts anderes als „bei den Leuten des Wano“.

15 vor Christus
Die römische Epoche zwischen 15 vor Christus und 259 nach Christi Geburt bezeichnet man als die Zeit des Kaiserfriedens. Unter der Herrschaft der Römer erhielt das Wehntal Anteil an der reichhaltigen römischen Kultur. Davon geben insbesondere die beiden Gutshöfe, der ansehnliche in Oberweningen und die bescheidenere Niederlassung von Schleinikon-Dachsleren, beredte Kunde. Im Verlauf des 5. Jahrhunderts brach das Römerreich zusammen. Vom Limes, einer wehrhaften Befestigung entlang dem Rhein, welcher der Region Sicherheit gewährt hatte, zogen die Truppen schon bald nach dem Jahr 400 ab. Zurück blieb im Wehntal eine romanisierte Bevölkerung. Sie bebaute weiterhin das Land.

507
Die im Wehntal sesshaft gewordenen Alemannen kannten, wie es bei diesem Volksstamm üblich war, eine ständische Gliederung. An der Spitze stand die Adelsschicht. In der Abstufung folgten dann die Freien, danach die Halbfreien und schliesslich die Unfreien oder Leibeigenen. Die Region geriet im Jahre 507 unter die Herrschaft des burgundischen Königs Gundobad. Er war vor allem durch seine treffliche Gesetzgebung bekannt. Gundobad starb bereits Im Jahre 516. Das Burgunderreich zerfiel.

700
In die Region zwischen Rhein, Aare, Limmat und Glatt wanderten die Alemannen in grosser Zahl ein. An ihrer Spitze stand als Vertreter der Herrenschicht ein angesehener Mann mit dem Namen Wano. Nach seinem Namen erhielt diese Landschaft ihre Bezeichnung „situs Waninctale“. Die Landannahme erfolgte auf friedliche Art.

1000
Das Wehntal befand sich fortan innerhalb des deutschen Reiches im Herzogtum Schwaben-Alemanien. Im Jahre 1127 zählten die Zähringer zu den mächtigsten Herren im Gebiet der Schweiz. Sie sicherten von 1127 weg bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1218 den helvetischen Landen ein Jahrhundert des Frieden.

Hausbau im 10. Jahrhundert
Man errichtete noch keine mehrstöckigen Gebäude, die Bauern begnügten sich mit ebenerdigen Bauten. Bei den Bauernhäusern des Frühmittelalters und des beginnenden Hochmittelalter haben wir es daher mit Pfostenhäusern zu tun. Die Einrichtung derartiger Häuser zwang zu einem höchst bescheidenen Dasein. Man kannte nicht einmal den Schornstein. Vom 11. Jahrhundert an, ging es allmählich vom Pfosten- zum Ständerbau über. Der Ständerbau auf fester Grundlage erlaubte nun die Errichtung von zwei Geschossen.

1218
Intensiven Anteil an der grossen Politik nahmen die einfachen Leute im Wehntal kaum. Sie waren zufrieden, wenn nicht kriegerische Überfälle sie um Hab und Gut brachten. Im alten Zürichgau gehörten zu dieser Führungsschicht unter anderem die Freiherren von Regensberg. Im 11. Jahrhundert hatten die Freiherren von Regensberg auf einem kleinen Hügel zwischen Regensdorf und Affoltern in der Nähe des Katzensees ihre Burg errichtet. Der Name Regensberg blieb der Burg erhalten. Ulrich von Weningen der Vorsteher des regensbergischen Meierhofes zu Niederweningen und bekleidete als solcher das höchste Amt im Dorf.

1400 & 1500
Zürich, besonders durch seinen Kaufmannsstand reich geworden, half im ausgehenden 14. und in den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts dem verarmenden Adel und selbst hohen Herrschaften mit Geldmitteln gerne aus. Dies geschah auf verschiedene Weise. Zürich legte grossen Wert auf die Erweiterung seines Territoriums. Durch Pfandschaften sicherte es sich einen erheblichen Teil des heutigen Kantonsgebietes. Am 17. März 1409 gelangte Niederweningen unter die Botmässigkeit Zürichs. 1431 schon klagte Regensberg über die Verletzung seiner alten Freiheiten. 1439 brach dann der so genannte Alte Zürichkrieg aus.

Die Landwirtschaft tritt in den Urkunden zur Zeit der Regensberger Herrschaft nur mit Zinsen in Kernen, Hafer und Dinkel in Erscheinung. Die Angaben von Hühnern, Eiern, Gänsen und Schweinen sprechen für einen Teil der Tierhaltung. Ein Wachszins verbürgt das Bestehen der Bienenzucht. Freie Bauern gab es im Wehntal des 14. Jahrhunderts laut dem Habsburgischen Urbar nun mehr in Schleinikon und Dachsleren.

1600
Die Landwirtschaft in Niederweningen befand sich im 16. und 17. Jahrhundert im Umbruch. Von 1608 bis 1668 wurden 150 Jucharten Wald gerodet. Doch dem gewonnenen Ackerland war keine Dauer beschieden. Verschiedentlich wurde es zu Wiesland umgebrochen, nicht zuletzt aber als Rebgelände gestaltet. Die zahlreichen Waldrodungen, die aufgrund von Gemeindebeschlüssen vorgenommen wurden, lässt auf ein ziemlich selbständiges Gemeinwesen schliessen. Niederweningen galt als Hauptort des Wehntals. Die Gemeinde ordnete manches selber, anderes freilich im Verein mit dem Amtmann des Domkapitels Konstanz und dem Obervogt auf Regensberg. Man achtete jetzt auf den noch bestehenden Wald. Wer darin ohne Erlaubnis der Gemeinde Holz fällte, bezahlte für jeden Stumpen 6 Pfund Busse, die Hälfte davon der Gemeinde.

1803
Nach den turbulenten Jahren der Helvetik kehrten 1803 mit der Mediationsverfassung endlich ruhigere Zeiten ein. Es gab jetzt neu die Gemeinde Niederweningen mit dem fünf Mitglieder zählenden Gemeinderat und dem Gemeindepräsidenten an der Spitze. Niederweningen gehörte zum Bezirk Bülach und innerhalb dieser Verwaltungseinheit zum Zunftgericht Schöfflisdorf. Mit der Bezeichnung Zunftgericht betonte man die Gleichstellung der Landschaft mit der Stadt Zürich, die bis 1798 allein eine Zunftverfassung gekannt hatte.

1816/1817
Schlimmes brachten die berüchtigten Hungerjahre 1816 und 1817. Im ersten dieser beiden Jahre verdarb lang anhaltende nasse Witterung die Ernte. Auch der Wein missriet gänzlich. Es wurden Lebensmittel gespendet. Der Gemeinderat gab am 3. Januar 1817 drei Jucharten Gemeindeland zur Anpflanzung von Erdäpfeln frei. Ab Mitte Februar musste verschiedenen Armen wöchentliche Unterstützung gegeben werden. Schliesslich nahm man zur Sparsuppe Zuflucht. Im Verlauf des Monats Juli konnte die Austeilung eingestellt werden. Damit war die allerschlimmste Hungerzeit zwar vorbei. Doch musste selbst der Mittelklasse der Bevölkerung mit Reis geholfen werden. Bis ins Frühjahr 1818 sind Kartoffelspenden erwähnt.

1840 - 1911
Auf der Schöfflisdorfer-, der Oberweningen- und der Schleinikerplatte sowie in Niederweningen wurden die 28 Grabhügel auf der Egg erforscht. Was da zum Vorschein kam, löste Erstaunen aus. Werkzeuge und Waffen wurden ausgegraben. Kunstvoll verzierte Urnen zeigten, dass Feuerbestattung üblich gewesen war. Die Funde auf den erwähnten Platten konnten der jüngeren Steinzeit, 2000 Jahre vor Christus, zugewiesen werden.

1800
Niederweningen wollte den Anschluss an die neue Zeit nicht verpassen. Im Jahre 1842 war die Postverbindung nach Zürich gewährleistet worden. Im Sommer 1890 war es endlich soweit: Die Schweizerische Nordostbahn nahm den Bau der Eisenbahnlinie von der bisherigen Endstation Dielsdorf her ins Wehntal bis nach Niederweningen in Angriff. Die Arbeiter hoben eine Materialgrube aus, um die Bahndämme zu errichten. Dabei stiessen sie auf einen recht seltsamen Fund, nämlich Knochen von auffallender Grösse, denen sich laufend weitere Knochenstücke beigesellten. Der Professor der Zoologie identifizierte die Überreste mehrerer Mammuttiere. Die früheiszeitliche Torfmoor, in dem die Funde lagen, gab überraschenderweise auch noch die Knochen eines neugeborenen Mammutkalbs her. Man kann hier von Zufallsfunden aus jener Materialgrube sprechen, die der Gemeinde Niederweningen übrigens einen seltenen Namen einbrachten, nämlich das "Mammutloch".

1914 - 1918
Am Sonntag, dem 28. Juni 1914, nahmen die Stimmberechtigten die Gemeindegutsrechnung ab. Um die Mittagszeit des gleichen Tages fielen im fernen Sarajewo die Schüsse, welche den ersten Weltkrieg auslösten. Die Mobilisation der Schweizer Armee stellte die Landgemeinden vor besondere Aufgaben. Es traf zum Beispiel die Bauern mit der Verfügung vom 23. August 1914, wonach sämtliche Strohvorräte zugunsten der Armee in Beschlag belegt wurden. Weizen-, Korn-, Roggen- und Haferstroh kam zuhanden der Volkswirtschaftsdirektion. Minderbemittelte Familien wurden bald armengenössig. Es entstand Benzinmangel. Mangel an Heu. Gegen Kriegsende entstanden Auseinandersetzungen um die Lebensmittelversorgung. Im Frühjahr 1918 funktionierte in Niederweningen die Abgabe von Schlachtvieh an die Militärverwaltung nicht. Der Bund bezahlte weniger als die Metzger. Brennholz wurde knapp. Die Gemeinde wurde in jenen Kriegsjahren mit ausserordentlichen Ausgaben belastet. Sie veräusserte daher verschiedenen Grundbesitz. So verkaufte sie am 12. September 1915 an Jean Bucher-Gujer 16 Aren Ackerland, die sogenannte Kiesgrube im Aemet.

1939 - 1945
Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges überraschte im Gegensatz zu 1914 nicht. Die Bevölkerung hatte sich darauf vorbereiten können. Um feindlichen Flugzeugen die Orientierung zu erschweren und ihnen bei Nacht zu verunmöglichen, Dörfer und Städte ausfindig zu machen, sollten die Siedlungen in absolutes Dunkel verschwinden. Die Landesbehörde ordnete daher Verdunkelungsübungen an. Die Bevölkerung atmete dankbar auf, als am 8. Mai 1945 im ganzen Schweizerland die Glocken das Ende der Feindseligkeiten in Europa verkündeten.

Frühling 1967
Bei Aushubarbeiten auf dem Areal der Firma Bucher-Gujer wurde ein weiteres Knochenstück gefunden. Dr. H. Hartmann vom Zoologischen Institut der Universität Zürich vermutetet den Überrest eines nacheiszeitlichen Wildpferdes aus der Zeit vor 20 000 Jahren.

1991
Zwei Jubiläumsereignisse kennzeichnen das Abschlussjahr unserer Ortsgeschichte: 700 Jahre Schweizerische Eidgenossenschaft (1291 - 1991) und 100 Jahre Wehntalbahn (1891 - 1991).

2003 - 2005
Im Jahr 2003 wurden beim Aushub für eine Überbauung Überreste eines Mammutbullens gefunden. Auf einer weiteren Baustelle wurden weitere Knochen und vor allem ein riesiger Stosszahn ausgegraben. Dies veranlasste den Verein für Ortsgeschichte zusammen mit Vertretern des paläontologischen Museums und der Kantonsarchäologie in Niederweningen ein Mammutmuseum zu errichten.

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